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29.06.2009

Liquiditätshilfeprogramm für Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern startet


Ab sofort können Landwirte, die aufgrund der derzeitigen schwierigen Lage  auf den Agrar- und Finanzmärkten in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind Unterstützung aus dem Liquiditätshilfeprogramm beantragen.

"Die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise sind auch in den Landwirtschaftsbetrieben Mecklenburg-Vorpommerns angekommen. Viele Betriebe, insbesondere in der Viehhaltung kämpfen ums Überleben. Diesen Unternehmen muss geholfen werden", betont Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus.

In Zusammenarbeit mit dem Bund und der Landwirtschaftlichen Rentenbank gewährt das Land Mecklenburg-Vorpommern Beihilfen zur Liquiditätssicherung. Dabei handelt es sich um eine Zinsverbilligung um 1% bei Darlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Dafür stehen in Mecklenburg-Vorpommern 1, 9 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Kredite werden über die jeweilige Hausbank abgewickelt. Insofern müssen sich die Landwirte zunächst an ihre Hausbank wenden und eine Kreditbereitschaftserklärung einholen. Das ist die Voraussetzung für die Beantragung der Beihilfe. Diese Anträge sind im Amt für Landwirtschaft Parchim zu stellen. Für Rückfragen stehen Mitarbeiter im Amt für Landwirtschaft Parchim unter der Telefonnummer 03871/6020 zur Verfügung.

Landwirtschafts- und Umweltminister Backhaus verweist in diesem Zusammenhang auch auf die neue  Bürgschaftsrichtlinie für Landwirtschaftsbetriebe. So gewährt das Land erstmals auch für landwirtschaftliche Unternehmen Bürgschaften in Höhe von 80 %  für Umlaufmittelkredite. Diese Richtlinie wird am 13. Juli im Amtsblatt Mecklenburg-Vorpommern Nr. 28 veröffentlicht und tritt einen Tag später in Kraft.

"Beide Maßnahmen, also die Unterstützung aus dem Liquiditätshilfeprogramm und die Landesbürgschaften können miteinander kombiniert werden. Ich denke, damit können die akut gefährdeten viehhaltenden Unternehmen die derzeit schwierige Situation besser überstehen", so Minister Backhaus.

Ein entsprechendes Merkblatt mit Hinweisen zum Inhalt und zur Beantragung der Unterstützung aus dem Liquiditätshilfeprogramm  ist im Internet unter www.mv-regierung.de/lu  veröffentlicht. 

 

Liquiditätshilfeprogramm MV 2009

Die aktuelle Entwicklung auf wichtigen Agrarmärkten, die insbesondere auf dem Milchmarkt mit deutlich gesunkenen Erzeugerpreisen einhergeht, führt zu erheblichen Erlösminderungen in der landwirtschaftlichen Produktion. Dies mindert die Rentabilität der Erzeugung, führt vor allem aber zu Liquiditätsverlusten der betroffenen Unternehmen. Diese preisbedingten Liquiditätsengpässe treffen zusammen mit einer aufgrund der Finanzkrise grundsätzlich risikosensibleren Kreditvergabe durch die Geschäftsbanken an die Landwirtschaft.

Die Liquiditätssituation betrifft auch solche Unternehmen, die grundsätzlich als wirtschaftlich lebensfähig einzustufen sind. Es besteht die Gefahr irreversibler Schäden für die Entwicklung der Agrarstruktur, wenn diese wirtschaftlich lebensfähigen Unternehmen durch die Liquiditätsprobleme in ihrem Fortbestand gefährdet würden.

In Zusammenarbeit mit dem Bund und der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR) Frankfurt am Main gewährt das Land Mecklenburg-Vorpommern Beihilfen zur Sicherung der Liquidität in landwirtschaftlichen Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Mittel werden vom Bund zur Verfügung gestellt und als Zinsverbilligung für Programmkredite der Landwirtschaftlichen Rentenbank zur Liquiditätssicherung gewährt. Die Programmkredite der Landwirtschaftlichen Rentenbank werden nicht direkt, sondern im Hausbankenverfahren vergeben.

Die Gewährung der Zinsverbilligung erfolgt auf Basis der VO (EG) Nr.1535/2007 (De-minimis-Beihilfen im Agrarerzeugnissektor).

 

 

 

 

 


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