Rinderrassen


Einleitung

Die Rinderhaltung begann vor mehr als 8.000 Jahren in Anatolien und auf dem südlichen Balkan und die Nutzungsrichtungen veränderten sich im Laufe der Geschichte. Das Rind wurde ursprünglich als Zugtier genutzt, das auch Milch, Fleisch und Häute lieferte. Mit Mechanisierung in der Landwirtschaft Mitte des 20. Jahrhunderts waren Zugtiere nicht mehr erforderlich und die Mutterkuhhaltung hielt in Deutschland Einzug.

Heute steht die Erzeugung von Milch und Fleisch im Vordergrund. Von den 28 Prozent des deutschen Landwirtschafts-Produktionswertes entfallen 21 Prozent auf Milchvieh (mit wenigen Rassen), und 7 Prozent auf Nutz- und Schlachtvieh. 14 Prozent der Kühe werden in großer Rassenvielfalt in der Mutterkuhhaltung genutzt. Leichte, robuste Rassen werden in der Landschaftspfege eingesetzt.

Ende 2008 gab es in Deutschland ca. 13 Millionen Rinder. Etwa 47 Prozent zählen zur Rasse Deutsche Holsteins (schwarz- und rotbunt), 29 Prozent zum Fleckvieh, 12 Prozent sind Rinder sonstiger Milch-, Zweitnutzungs- und Fleischrassen und 12 Prozent sind Kreuzungen. Die AG Deutsche Rinderzüchter e. V. (ADR) hat 41 Rinderrassen registriert.

 

Was sind Milchrassen?
Bei milchbetonten Rassen liegt der Schwerpunkt der Zucht auf der Milchleistung.

Was sind Fleischrassen?
Im Gegensatz zu den milchbetonten Rassen steht bei fleischbetonten Rindern die Produktion von Muskelmasse im Vordergrund.

Was sind Zweinutzungsrassen?
Zweinutzungsrassen kombinieren die Eigenschaften der milch- und fleischbetonten Rassen. Dabei kann der Schwerpunkt mehr auf Milch- und Fleischleistung liegen oder eine Kombintion aus beidem sein.

Quelle: www.aid.de

 

 

Angus

Die deutschen Angus-Rinder sind mittelrahmige Fleischrinder, einfarbig schwarz oder rot, von Natur aus hornlos, mit leichten Köpfen, feinen strapazierfähigen Gliedmaßen und festen Klauen. Ihr Körper ist langgestreckt, gut bemuskelt mit vollen tiefreichenden Keulen und feinen, trockenen Gliedmaßen.

Maße und Gewichte:

                

 weiblich             

 männlich             

Kreuzbeinhöhe, cm              

um 136

um 145

Gewicht, kg

  650 – 800 

  950 – 1.200 

Geburtsgewicht, kg

32

35

Leistungsdaten:

Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2007 (ADR)

tägliche Zunahmen, g     

  1.243 

Köralter, Tage

    430

Körgewicht, kg

    570

 

 

 

Charolais

Das Charolais-Rind ist einfarbig weiß bis cremegelb, Flotzmaul, Horn und Klauen sind hell. Die Tiere sind großrahmig, haben einen eher kleinen Kopf mit großem Flotzmaul. Der Körper ist groß, breit, tief und lang. Die Bemuskelung an Schulter, Rücken, Lende, Becken und besonders an der Keule ist ausgeprägt.

Maße und Gewichte:

  

 weiblich     

  männlich        

  Kreuzbeinhöhe, cm

 um 144

 um 154

  Gewicht, kg

 800 - 900 

 1.200 - 1.300 

  Geburtsgewicht, kg

40

 44

Leistungsdaten:

Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2007 (ADR)

  tägliche Zunahmen, g

 1.454 

  Köralter, Tage

 414

  Körgewicht, kg

 646

 

 

 

Fleckvieh

Das gescheckte Haarkleid dieser mittel- bis großrahmigen Rasse weist alle Farbstufungen vom dunklen Rotbraun bis zum hellen Gelb auf weißem Grund auf. Neben gescheckten finden sich kleinfleckig gezeichnete und gedeckte Tiere. Ein wichtiges Rassekennzeichen bildet der weiße Kopf wobei Augenringe bzw. Pigmente im Augenbereich vorkommen können Besonders in Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung schützt pigmentierte Haut um die Augen vor Augenkrankheiten. Weiß sind der Unterbauch, die Beine und die Schwanzquaste. Eine Besonderheit sind die genetisch hornlosen Fleckviehtiere. Die Verbreitung des Hornlosgens wird sowohl in der Mutterkuhhaltung als auch in der Milchproduktion angestrebt.

Doppelnutzungstyp

Maße und Gewichte:

 weiblich

 männlich

 Kreuzbeinhöhe, cm 

 140-150 

 um 157

 Gewicht, kg

 650-850 

 1.100-1.300 

 Geburtsgewicht, kg 

 39

 41

Leistungsdaten:

Durchschnittsleistungen aller MLP-Kühe 2007 (ADR) Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2007 (ADR)

 Milchleistung, kg/ Jahr 

 6.822  

 Fettgehalt, %

 4,13

 Eiweißgehalt, %

 3,49

 Köralter, Tage

 510

 Körgewicht,kg

 622

 tägliche Zunahmen, g

1.208 

 

Fleischtyp

Maße und Gewichte:

 

 weiblich

 männlich

 Kreuzbeinhöhe, cm 

 140-150 

 150-165

 Gewicht, kg

 700-850

 1.100-1.300 

 Geburtsgewicht, kg

 39

 41

 Leistungsdaten:

 Köralter, Tagen

 418

 Körgewicht, kg

 643

 tägliche Zunahmen, g 

 1.442 

Herkunft/Verbreitung:

Diese Rasse geht auf Tiere im Berner Oberland (Simmental) zurück, die bereits im Mittelalter als großwüchsige, gescheckte Rinder bekannt waren. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen sie nach Deutschland, wo sie in einheimische Landschläge eingekreuzt wurden. Die ersten Zuchtgebiete waren bei Meßkirch, Miesbach und  Bayreuth. Hauptverbreitungsgebiete sind Bayern und Baden-Württemberg. Die Rasse Fleckvieh hat zwei Zuchtlinien: den Doppelnutzungstyp und den Fleischtyp für die Mutterkuhhaltung, der zu den  Fleischrassen  gezählt wird. 2007 waren in den Herdbüchern der Landesverbände 648.401 Rinder des Doppelnutzungstyps und 11.511 Tiere des Fleischtyps registriert. Mit der deutschen Wiedervereinigung erfuhr die Verbreitung des Fleischtyps gerade in den östlichen Bundesländern einen enormen Aufschwung. Fleckviehtiere sind unter dem Namen „Simmental“ weltweit verbreitet und werden sowohl zur Milchproduktion als auch in der Mutterkuhhaltung erfolgreich eingesetzt.

 

 

Hereford

Bei den Herefords handelt es sich um ein mittel- bis großrahmiges Rind mit einem mittellangen, rotbraunen Haarkleid. Auffallend ist der sich dominant vererbende weiße Kopf. Außerdem sind Hals, Beine, Schwanzquaste und der Nacken weiß. Hereford-Rinder gibt es gehörnt und genetisch hornlos.

Maße und Gewichte:

 

 weiblich

 männlich

  Kreuzbeinhöhe, cm 

um 136

um 141

 Gewicht, kg

 650-850 

 900-1.350 

 Geburtsgewicht, kg

33

36

Leistungsdaten:

Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2007 (ADR)

  tägliche Zunahmen, g 

 1.294 

  Köralter, Tage

436

  Körgewicht, kg

600

 

 

 

Limousin

Das mittel- bis großrahmige Limousin-Rind ist einfarbig hellrot bis dunkelrot. Klauen, Hörner, Flotzmaul und Augenumgebung sind aufgehellt. Der Knochenbau ist fein. Die Muskulatur, besonders an Hinterhand und Rücken, ist ausgeprägt. Inzwischen werden auch mehrere hornlose Linien gezüchtet. 

Maße und Gewichte:

 

 weiblich

 männlich

  Kreuzbeinhöhe, cm 

 um 140

 um 150

  Gewicht, kg

 700

1.100

  Geburtsgewicht, kg

 36

 39

Leistungsdaten:

Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2007 (ADR)

  tägliche Zunahmen, g 

 1.285 

  Köralter, Tage

 434

  Körgewicht, kg

 597

 

 

 

Uckermärker

Die Uckermärker sind großrahmige, lange, breite und tiefe Rinder. An die Haarfarbe werden keine Ansprüche gestellt, so dass von weiß bis cremefarben, mitunter braun sowie gescheckt vom hellen Gelb bis Rotbraun auf weißem Grund alle Varianten möglich sind. Sie sind gut bemuskelt an Schultern, Lende, Rücken und Keule und verfügen über trockene, korrekte Gliedmaßen. Neben den behornten Rindern werden bereits hornlose Linien gezüchtet.

Maße und Gewichte:

 

 weiblich

 männlich

  Kreuzbeinhöhe, cm 

um 140

um 150

 Gewicht, kg

 750–850 

 1.150-1.300 

 Geburtsgewicht, kg

40

42

Leistungsdaten:

Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2007 (ADR)

  tägliche Zunahmen, g 

 1.333 

  Köralter, Tage

421

  Körgewicht, kg

604

 

 

 

Pinzgauer

Markenzeichen dieser mittel- bis großrahmigen Rasse ist seine dunkle kastanienbraune Grundfarbe mit dem typischen weißen Rückenstreifen, der über die Hinterseite der Oberschenkel, den Schwanz, den Bauch und die Unterbrust verläuft. Die Klauen sind dunkel. Die Hörner sind wachsgelb und haben schwarze Spitzen. Es gibt auch eine genetisch hornlose Linie. Die Pinzgauer sind kräftig gebaut und haben einen auffallend langen Rücken.

Maße und Gewichte:

 

 weiblich

männlich

  Kreuzbeinhöhe, cm 

 um 143

um 155

  Gewicht, kg

 650-750 

1.100-1.200 

  Geburtsgewicht, kg

 36

40

Leistungsdaten:

Durchschnittsleistungen aller MLP-Kühe 2007 (ADR)

  Milchleistung, kg/ Jahr 

 5.285 

  Fettgehalt, %

3,94

  Eiweißgehalt, %

3,42

 

 

 

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