Erfolgreiche Studienfahrt 2026 nach Polen
Vom 9. bis 11. Juni nahm eine Delegation aus Uecker-Randow an einer Studienfahrt nach Polen/ Danzig teil. Neben dem Kennenlernen der Region Pommern und der Stadt Danzig standen vor allem Betriebsbesichtigungen und der grenzüberschreitende Austausch zwischen Landwirten im Mittelpunkt.
Moderner Milchviehbetrieb mit hoher Leistung
Der erste besuchte Betrieb war ein moderner Milchviehbetrieb „Tojan“ von Lucjan Koszalka, der ursprünglich 1977 errichtet und später umfassend neu gebaut wurde. Heute werden dort über 350 Milchkühe gehalten. Die Tiere werden seit 2024 in einer zentralen Melkanlage mit Melkrobotern versorgt. Die durchschnittliche Milchleistung liegt derzeit bei rund 34 Litern pro Kuh und Tag. Gemolken wird je nach Tier zwei- bis dreimal täglich. Im Gespräch wurden auch die Herausforderungen der Milchviehhaltung und Landwirtschaft in Polen angesprochen. Insbesondere die harten Winterbedingungen führten in diesem Jahr zu Klauen- und Fersenverletzungen der Tiere. Durch ein angepasstes Management und eine gezielte Kraftfutterversorgung wird versucht, die Tiergesundheit auf einem hohen Niveau zu halten.
Schafhaltung im großen Maßstab
Die zweite Betriebsbesichtigung führte zu einem Schafhaltungsbetrieb in Stara Kiszewa. Neben dem Kauf von Pommernschafen spielt auch die Vermarktung von Schlachtlämmern und der Verkauf von Wolle eine Rolle. Der Betrieb bewirtschaftet rund 70 Hektar landwirtschaftliche Fläche und zeigte den Teilnehmenden die Schafhaltung in Pommern. Die vielen Fragen wurden von dem Betriebsleiter Pawel Woloszyk umgehend beantwortet und es entstand ein guter fachlicher Austausch unter den Landwirten.
Besuch bei der UNIA Group in Stolp
Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Besuch der UNIA Group in Stolp (Słupsk), einem bedeutenden polnischen Hersteller von Landmaschinen. Die Unternehmensgeschichte reicht weit zurück. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg bestand eine enge Verbindung zu deutschen Standorten, unter anderem nach Esslingen in Baden-Württemberg. Nach dem Krieg wurden große Teile der Anlagen von der sowjetischen Besatzungsmacht demontiert und nach Weißrussland transportiert. 1957 erfolgte die Neueröffnung des Werkes, bevor 1976 im Rahmen der damaligen LPG-Strukturen erneut umfangreiche Neubauten entstanden. Zeitweise beschäftigte das Unternehmen über 1.800 Mitarbeiter, heute sind es rund 180. Besonders interessant war die Vorstellung der Entwicklung eigener Landtechnik sowie der Erwerb deutscher Lizenzen für Erntemaschinen.
Die Studienfahrt bot den Teilnehmern einen interessanten Einblick in die polnische Landwirtschaft und Landtechnik. Neben den fachlichen Betriebsbesichtigungen blieb auch Zeit, die historische Stadt Danzig bei Spaziergängen, einer Brauereiführung und einer Bootsfahrt kennenzulernen. Es war eine gelungenen Studienfahrt und stärkte wieder einmal die grenzüberschreitenden Kontakte zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben beider Länder.
















